Wissenswertes 2018-01-24T14:24:21+00:00

Aufgrund vieler Rückfragen unserer Kunden haben wir die nachfolgenden Ausführungen zum Thema „Schärfen“ verfasst und hoffen damit, unseren Kunden Antworten geben zu können, um die Technik und die Probleme des Nachschärfens von Klingen besser verstehen zu können.

Können nur Profis Messer richtig scharf halten?

Die Frage, ob nur Profis Messer richtig scharf halten können, ist zunächst zu bejahen. Man muss aber fragen: Wann ist ein Messer richtig scharf? Wie lange bleibt ein Messer scharf? Wann muss das Messer scharf sein? Was kostet das Schärfen durch Profis?

All dies zeigt die Problematik der Titelfrage: Es gibt sicher richtige Profis, aber es gibt auch solche, mit deren teuren Diensten mehr Enttäuschung als gute Arbeit verbunden ist. Wann und wie lange ein Messer scharf ist, ist fast eine akademische Streitfrage: Über Schärfwinkel, Schneidengeometrie, Rautiefe des Schliffs, Körnung des Schleifmediums, Standzeit, richtige Grundhärtung sowie Klingenmaterial streiten sich „Fachleute“ seit jeher.

Die entscheidenden Kriterien jedoch sind: Welche Schärfe erwartet der Nutzer und wie lange soll die Schärfe beim Gebrauch halten? Lässt man Messersammler außen vor, müssen Messer – aber auch Scheren und sonstige Schneidwerkzeuge – für den vorgesehenen Gebrauch stets subjektiv scharf und somit einsatzbereit sein. Dies bedeutet, dass der Nutzer schnell (ohne Vorbereitung), unproblematisch und mobil sein Messer für seinen Zweck jederzeit bei Bedarf selbst nachschärfen kann oder besser: durch laufende Pflege scharf halten kann.

Beim Kauf eines Schärfgerätes muss darauf geachtet werden, dass beim Nachschärfen die Messer weder durch mechanischen Einfluss (Kerben, starker Materialabtrag) noch durch thermische Wirkung (Anlaufen durch Hitze/ Härteverlust) beschädigt werden und somit nicht mehr zu gebrauchen sind.

Aus Kosten-, Zeit- und Gebrauchsgründen bietet sich in jedem Falle an, Messer erst gar nicht wirklich stumpf werden zu lassen, sondern bei Bedarf selbst schnell nachzuschärfen. Dann erübrigt sich der Gang zum Profi.

Dieser Artikel von Herrn Rolf J. Eickhorn ist als redaktioneller Beitrag zum Thema: „MESSER SCHLEIFEN, Scharf nur nach professioneller Anleitung?“ in der Ausgabe 10/ 2011 des Fachmagazins „stil & markt“ erschienen. – Der Autor ist in der Branche anerkannter Fachmann und freier Sachverständiger.

Schärfe einer Schneide, was steckt dahinter?

Über die Fragen, wann ist ein Messer scharf oder wie scharf soll ein Messer sein, wird seit jeher viel diskutiert und auch heftig gestritten.

Hier wird einmal dargestellt, woher die so genannte „Schärfe“ kommt und wie diese erreicht wird.

Die Schärfe basiert auf dem eingesetzten Stahl. Dieser Stahl muss einen angemessenen Anteil Kohlenstoff aufweisen, um die harten Bestandteile, die Karbide, durch eine sachgerechte Wärmebehandlung, nämlich das Vergüten in Form von Härten und nachfolgendem Anlassen ausbilden zu können.

Hierbei ist wesentlich, möglichst viele dieser Karbide feinkörnig und gleichmäßig verteilt im Klingenstahl auszubilden. Dies geschieht durch optimales Vergüten. Zu hohe und zu lange oder wiederholte Erhitzung führen beispielsweise zu einem schlechten so genannten Grobkorngefüge.

Insbesondere kommt es weiter darauf an, möglichst den gesamten im Stahl vorhandenen Kohlenstoff zu nutzen und zu Karbiden umzuwandeln. Auch dies ist eine Frage optimalen Vergütens und eventuell späteren „Eishärtens“, das bei tiefster Temperatur den beim Vergüten nicht genutzten, noch freien Kohlenstoff noch zu Karbiden umwandelt.

Wird eine derart vergütete Klinge durch Schleifen und Feinschleifen bearbeitet, wird an der Klingenschneide ein „Gemisch aus dem Grundmaterial und einer Vielzahl von Karbiden“ freigelegt. Hierbei haben die Karbide den Vorteil, dass diese quasi als harte Minispitzen aus dem weichen Grundmaterial hervorstehen.

Diese Karbid- Minispitzen als sehr harte Bestandteile schneiden oder besser „reißen“ später dann das Schneidgut im Schnitt an bzw. auf.

Durch häufigen Gebrauch des Messers lösen sich allerdings relativ leicht und schnell die oberflächig stehenden Karbid-Spitzen aus dem Grundmaterial und gehen somit verloren. Als Folge ändert sich die karbidbestückte und somit scharfe Schneide zu einer nur noch aus weicherem Grundmaterial mit geringem Karbidanteil bestehenden und somit stumpfen Schneide.

Durch ein zur Schneide passendes Nachschleifen oder Nachschärfen werden wieder Karbide in nötiger Vielzahl an der bearbeiteten Schneidenoberfläche frei, um die gewünschte Schärfe einer Schneide wieder herzustellen. Ein entstehender mikroskopisch feiner Grat ist hierbei für die Schneide durchaus von Vorteil, da er hilft, möglichst viele Karbide an der Schneiden- oberfläche zu konzentrieren.

Oft wird die Meinung vertreten, dass eine auf einem feinsten Wetzstein bearbeitete oder eine polierte Schneide besser sei als eine fein geschliffene Schneide. Dies trifft in aller Regel nicht zu, da die zum Schneiden nötigen Oberflächen-Karbide schon beim Polieren „ausgerissen“ werden und somit zum „Schneiden“ nicht mehr zur Verfügung stehen. Eine feine und dünne Schneide wird daher schnell stumpf. Eine polierte Schneide kann nur bei absolut feinstkörniger Karbid-Verteilung vorteilhaft sein, wie z.B. bei Rasierklingen.

Nicht optimal vergütete Klingen stumpfen schneller und lassen sich auch schlechter rückschärfen.

Bei aller Theorie sollte man sich einmal vor Augen halten, wann und wo Schneiden im Gebrauch stumpf werden oder wie der Fachmann sagt „stumpfen“:

Das Schneiden auf Tellern, Holz- und Kunststoffflächen oder -brettchen, das Schneiden von Wurstpellen und Speckschwarten, das Lösen von Fleisch vom Knochen und ähnliche Arbeiten strapazieren eine feine und scharfe Schneide unmerklich, aber schnell und sehr deutlich.

Nur eine ständige Pflege der Schneide durch geeignetes Nachschärfen kann hier vermeiden, dass eine Schneide derart stumpf wird, dass diese anschließend nur mit Mühe wieder rückgeschärft werden kann.

Messer nachschärfen, aber WIE?

Messer, Scheren und alle sonstigen Klingen (im Folgenden vereinfacht nur als Klingen bezeichnet) werden je nach Herstellungsqualität, verwandtem Material und unterschied-lichstem Gebrauch (im Haushalt, in der Gastronomie oder im Beruf ) nach einiger Zeit „stumpf“ und sind nicht mehr optimal einsatzfähig.

Ein Nachschärfen zögern viele Anwender aus Zeit- und Kostengründen hinaus. Oft lässt sich auch keine Werkstatt in der Nähe finden oder es stehen keine eigenen Möglichkeiten zum Nachschärfen zur Verfügung.

Dabei wäre es viel einfacher, die benutzten Klingen nicht erst im Gebrauch stumpf werden zu lassen, sondern diese nach Gebrauch regelmäßig mit geeigneten Mitteln zu pflegen und somit scharf zu halten.

Ist eine Klinge erst einmal richtig stumpf, hat auch ein Fachbetrieb Probleme, eine Schärfe wieder herzustellen. In vielen Fällen ist dies dann gar nicht mehr möglich, und es bleibt nichts anderes, als neues Schneidgerät zu kaufen.

Hersteller:

Nur wenige Hersteller haben einen Service, der für solche Reparaturarbeiten bereit steht.

Fachbetriebe:

Leider gibt es nicht mehr viele Fachbetriebe als Dienstleister für das Nachschärfen an die man sich wenden kann.

Großmaschinen:

Es werden viele und recht unterschiedliche Maschinen zum Klingenschärfen angeboten. So unterschiedlich die Maschinen auch von Größe und Einsatzmöglichkeit sind, so differenziert sind auch die Anschaffungskosten.

Aus Kosten- und Platzgründen sowie Arbeitsanfall werden derartige Maschinen meist nur in Fachbetrieben oder in größeren Betrieben aus Gastronomie und sonstigen Berufen eingesetzt.

Die Nutzung derartiger Maschinen setzt übrigens eine intensive Schulung sowie Einarbeitung voraus. Und die Berufsgenossenschaft möchte aus versicherungstechnischen Gründen mitreden.

Kleinmaschinen:

Die im Markt angebotenen Kleinmaschinen sind immer noch zu groß, um diese ständig schnell zur Hand zu haben, und zudem auch relativ teuer.

Die mit hoher Geschwindigkeit drehenden Schleifsteine oder Schleifbänder bergen die Gefahr von lokalen Überhitzungen an den Klingenschneiden mit der Folge eines lokalen Härteverlustes an den Schneiden und somit dem Verlust jeder Schnitthaltigkeit und Schneidstandzeit.

Weiter kann es zu mechanischen Schäden an den Schneiden oder auch den Klingenflächen kommen, wenn diese nicht korrekt am Schleifstein oder Schleifband entlang geführt werden. In beiden genannten Fällen muss mit einem Verlust der Klingen als Schrott gerechnet werden. Zudem besteht eine akute Unfallgefahr durch ein mögliches Hereinziehen von Kleidungs- teilen in die Maschine.

„Dremel“:

„Dremel“ sind Netz, Akku oder Druckluft betriebene kleine Drehmaschinen, die zum Bohren, Fräsen und Schleifen eingesetzt werden. Die Führung des in der Maschine in einem Spannfutter eingesetzten Werkzeugs am Werkstück erfolgt durch eine geschickte Hand.

Mit üblichen Korund- oder auch Keramiksteinen, die sich zum Einspannen in das Spannfutter eignen, können durchaus Klingen verschiedenster Art nachgeschärft werden.

Mechanische und thermische Schäden an den Schneiden und den Klingenflächen sind bei nicht geübter Hand des Anwenders jedoch zwangsläufig.

Bohrmaschine:

Eine etwas wilde, aber sehr wirksame Methode und gleichzeitig fast schon ein Geheimtipp, Klingen nachzuschärfen, bietet eine Bohrmaschine:

Bohrer sind aus hoch gekohltem Werkzeugstahl herstellt und haben eine gute und feine Karbidausbildung – auch an der Oberfläche. Man kann einen Bohrer im Bohrfutter einspannen und hierbei den Schaft etwas länger nach außen stehen lassen.

Nachzuschärfende Schneiden werden am Schaft und unter einem Winkel von ca. 20 ° am drehenden Bohrer entlang geführt. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Schneiden nicht überhitzen, was durch gleichmäßiges Hin- und Herführen der Schneiden am Schaft vermieden werden kann. Eventuell muss man ein Abkühlpausen einlegen.

Dieses Verfahren darf allerdings nur von handwerklich geschickten Händen ausgeführt werden, da sonst akute Verletzungsgefahr besteht.

Schneiden und Reiben:

Klingen lassen sich auch nachschärfen, indem die Schneiden zweier Messer mit leichtem Druck gegeneinander gerieben werden, also eine Schneide gegen eine andere gewetzt wird. Hierbei sollten Klingen/Messer etwa gleicher Größe genommen und unter sehr flachem Winkel gearbeitet werden.

Dieses altbekannte Verfahren eignet sich nur für Messer mit glatten Schneiden. Mechanische und thermische Schäden sind ausgeschlossen. Im Prinzip wird hierbei ein Messer quasi als Wetzstahl benutzt.

Porzellan/Ton:

Die unteren Kanten von Porzellan- oder Tongeschirr sind in der Regel nicht glasiert, sondern leicht rau und porig.

Dies kann zum Nachschärfen von Klingen mit glatten Schneiden gut genutzt werden. Diesen Trick haben schon früher unsere Vorfahren angewandt, als es heutige Möglichkeiten noch nicht gab. Es besteht die Gefahr von Flächenschäden auf den Klingen.Die Wirkung ist mit dem Gebrauch von Wetzsteinen vergleichbar.

Durchzuggeräte:

Hier gibt es eine Palette von Bauformen:

– Solche Geräte werden auf einem Tisch befestigt, gegen eine Tischkante gedrückt, von einem Saugfuß auf dem Tisch gehalten oder einfach nur von Hand gehalten.

– Tischgeräte mit Korund- oder Keramik- Schleifkörpern, die sich infolge des Durchzugs von Klingen leicht drehen, um einen möglichst gleichmäßigen eigenen Verschleiß zu haben.

– Tischgeräte mit Hartmetall-, Korund- oder Keramik- Formkörpern, die an den Schneiden einen fühl- und sichtbaren Spanabtrag bewirken.

– Tischgeräte mit in V- Form gegenüber stehenden länglichen Schleifkörpern verschiedener Materialien, die sich durch Federung den Schneidenformen und Schneidendicken anpassen sollen.

Bei einigen, schon exotisch anmutenden Geräten können die Schneidenwinkel der Klingen voreingestellt werden – sofern man diese kennt oder zuvor abschätzt. Auch können bei manchen Geräten die Schleifkörper je nach Anspruch und Aufgabe ausgewechselt werden.

Glatte Messer- Klingen können mit einiger Übung und Geduld nachgeschärft werden. Infolge starken mechanischen Abriebs werden die Klingen über mehrere Schärfgänge hin an den Schneiden jedoch sichtbar zerstört, und es können sehr interessante gezackte Strukturen an den Schneiden entstehen, die nicht mehr reparabel sind.

Da in der Regel mit einiger Kraft die Klingen durch die Geräte bewegt werden müssen, besteht eine akute Verletzungsgefahr.

Wetzsteine:

Hier wird eine überaus große Palette an Bauformen und Werkstoffen angeboten, angefangen bei einfachen Korundsteinen über feinste „Belgische Brocken“ oder vergleichbare Kunststeine bis zu Diamant beschichteten Wetzsteinen oder Schärfplatten.

Überwiegend muss hierbei der Wetzstein auf einer Wasser, Öl und Schmutz sammelnden Unterlage gelegt werden. Es bedarf dann einiger Zeit, Geduld und Übung zufriedene Schärfe oder gar besser polierte Schärfen zu erzielen.

Einige Wetzsteine lassen auch ein „trockenes“ Arbeiten zu. Hierzu gehören Diamant beschichtete Platten oder Stäbe.

Hier wäre auch zu erwähnen, wie früher, Klingen auf Sandstein-Stufen/Türschwellen alter Hauseingänge abzuziehen – sofern man denn ein altes Haus mit einem erhaltenen alten Eingang hat.

Mit wenigen Ausnahmen lassen sich allerdings im Wesentlichen nur glatte Schneiden bearbeiten. Es besteht auch hier wieder die Gefahr von Flächenschäden auf dem Klingen- blatt.

Wetzstähle:

Wetzstähle sind die klassischen Nachschärfer. Sie werden als Rund- und Flachstähle, aber auch als gewölbte Stähle mit unterschiedlichen Rauungsgraden oder mit verschiedenen Diamantbeschichtungen angeboten.

Die Wetzstähle sind sehr zuverlässig und wirkungsvoll im ständigen Gebrauch, also der Messerpflege.

Das Problem hier ist allerdings, möglichst sicher auch den richtigen Schneidenwinkel beim Abziehen zu treffen und über die gesamte Klingenlänge zu arbeiten.

Hierbei ist anzumerken, dass sich Hersteller und Anwender der Wetzstähle durchaus nicht einig sind, ob die Klingen „mit der Schneide“ oder umgekehrt „gegen die Schneide“ abgezogen werden sollen. Im ersten Fall bleibt ein winziger Grat nach dem Schärfen stehen, im zweiten Fall soll dieser Grat erst gar nicht entstehen.

Defekte Klingenschneiden lassen sich jedoch damit nicht reparieren. Ihr Einsatz und vor allem Erfolg bedarf durchaus längerer Übung.

Wetzstähle gibt es auch in sehr kleiner Baugröße quasi als Taschenwerkzeug, was im Notfall helfen mag, aber eher in die Kategorie „Spielzeug“ gehört. Ihre Verwendung ist praktisch auf längere und gerade Schneiden beschränkt.

Hartmetall- Schaber:

Ähnlich den Wetzstählen sind Hartmetall- Schaber, zumeist in kleiner, kompakter Bauform, zu betrachten.

Das Arbeiten hiermit erfordert hohen Druck und Ziehen/Drücken direkt in der Schneiden-nähe und ist damit infolge von Verletzungsgefahr nur mit größter Vorsicht durchzuführen.

Das Bearbeiten von kurzen Schneidsegmenten wie beim Wellenschliff oder bei Werkzeugen erfordert große Geschicklichkeit und noch größerer Vorsicht.

ELSHARP®-TURBO:

Der ELSHARP®-TURBO ist ein vielseitiger elektrischer Messerschärfer und zugleich eine Messer-Schleifmaschine. Bedienungsfreundlich und sauber erfüllt der kleine Helfer mit einfacher Schleiftechnik überall seine Aufgaben.

Schnell und zuverlässig können Sie Ihre Messer, Scheren, Werkzeuge schärfen und schleifen. Dieser Messerschleifer schärft problemlos auch Verzahnungen, Wellenschliff und Damastmesser. Als „fliegender“ Wetzstahl mit seinen diversen Schleifwerkzeugen vereint das Messerschleifgerät ELSHARP-TURBO Wetzstahl, Messer-Schleifstein, Belgischen Brocken, Diamant-Messerschärfer, Messerschärfmaschine und Scherenschleifer.

Scharfe Küchenmesser, Haushaltmesser, Damastmesser, Japan-Messer und Scheren sind garantiert und machen Ihre Arbeit zum Vergnügen.

Der ELSHARP®-TURBO als kleines Akku-Gerät ist stets und sofort ohne Übung einsetzbar zum Nachschärfen für nahezu alles, was gut schneiden soll. Als Schleifsteine stehen zwei Mini-Wetzstähle und ein Diamant-Stahl zur Verfügung.

Das Gerät passt sich mit seinem Kopf und den osszilierenden Steinen optimal den Problemzonen der Schneiden an.

Mechanische und thermische Schäden können beim Nachschärfen somit nicht entstehen.

 Schärfetests, wie sind diese zu sehen?

Es gibt eine Reihe mehr oder weniger geläufiger und angewandter Schärfetests, die aber allesamt nur bedingt anwendbar und damit aussagekräftig sind.

Nagelprobe:

Die Schneide wird in subjektiv steilem Winkel auf einen nach unten weisenden Fingernagel gestellt. Das Kriterium für die Schärfe ist dann, ob die Schneide am Fingernagel abrutscht oder sich dort „festsetzt“.

Dieser „persönliche“ Test ist am Stammtisch hübsch und demonstrativ, aber nicht exakt und damit auch nicht aussagekräftig eindeutig wiederholbar. Für die Praxis nicht geeignet.

Haarprobe:

Hierbei wird getestet, ob sich Haare auf dem Unterarm „rasieren“ lassen.

Alternativ wird getestet, ob sich ein Büschel Kopfhaar ohne „Zippen“ abschneiden lässt.

Beide Tests gehören ebenfalls zum Stammtisch und sind nicht geeignet, eine haltbare Aussage zur Schärfe einer Klinge abzugeben.

Schaumgummiprobe:

Hier wird an einem Stück Schaumgummi sehr anschaulich und wirkungsvoll demonstriert, wie man diesen Werkstoff schneiden oder eben nicht schneiden kann.

Dieser Test kennt aber keine technisch exakte Vorgabe des Probestücks – außer dass jeder weiß, dass Schaumgummi weich und äußerst „nachgiebig“ ist.

Insbesondere gibt dieser Test nichts her hinsichtlich der Standzeit einer Schneide.

Es gibt Messerhersteller, die ihren Kunden mit diesem Test die Qualität ihrer Produkte vorführen!

Dieser Test ist für die Praxis ungeeignet.

Kordel- oder Schnurprobe:

Hier wird anhand gerade verfügbarer Kordel- oder Schnurstücke aus Hanf, Bast, Baumwolle oder Kunststoff die „Schnittfähigkeit“ durch Trennschnitte getestet und demonstriert. Die Ergebnisse sind entsprechend willkürlich oder zufällig.

Ein solcher „Test“ ist darum eher geeignet für den Stammtisch oder einen Jahrmarkt denn als verlässliche Aussage. Für die Praxis ist er nicht geeignet.

Schnitzprobe:

An jungem, weichen und noch nassen Zweigen oder an trockenem Lattenholz werden Schnitzversuche unternommen.

Man kann sich hierbei durchaus freuen, wenn sich Schnitzerfolge zeigen. Ein Kriterium für die Schärfe und Standzeit einer Klinge kann ein solches Zufallsergebnis nicht sein.

Tomatenprobe:

Dieser ansprechende und optisch reizvolle Test zeigt überall Wirkung: zu Hause und vor allem in der Werbung und in Filmen im Internet oder auch auf den verschiedensten Messen.

Tomatenhaut kann sehr fest und resistent sein. Um sie anzuschneiden bedarf es einer fein ausgeschliffenen Messerschneide oder einer Schneide mit feinstem Grat an der Schneide.

Dieser Test ist optisch schön, ergibt aber keinerlei Rückschluss auf die Schneidfähigkeit und vor allem die Schnitthaltigkeit.

Pellenprobe:

Jeder weiß, wie mühsam es oft ist, eine Scheibe Wurst abzuschneiden, ohne dass man zuvor mit der Messerspitze die Pelle angeritzt hat und ohne hierbei die Wurst zu zerdrücken.

Wenn man Wurst im Naturdarm oder besser noch im Kunststoffdarm in Scheiben schneiden will, gibt es nur Erfolg mit einem scharfen Messer.

Dieser Test ist sehr praxisnahe und gleichzeitig sehr aussagekräftig.

Papierblatt-Probe:

Bei der Papierprobe wird versucht, ein mehr oder minder lose oder feste gehaltenes Stück Papier zu zerschneiden, wobei ein glatter und langer Schnitt als Beweis für die Klingenschärfe gelten soll.

Hierbei wird willkürlich ein Blatt Papier genommen ohne Rücksicht auf Papierqualität, Papiergewicht, Papierstruktur usw..

Dieser ebenfalls sehr bekannte und weit verbreitete Test ergibt keine verlässliche und reproduzierbare Aussage. Dieser Test ist als Schnelltest zwar sehr beliebt, er ist aber nicht praxisnahe.

Dieser „Test“ kann vom „Tester“ im übrigen nach Gutdünken durchgeführt oder auch manipuliert werden.

Zur Beantwortung der wichtigen Frage der Schneiden-Standzeit ist dieser Test nicht geeignet.

Pappen-Probe:

Der Test, 4-lagige Kartonpappe mit einer Klinge zu durchtrennen, ist schon recht aussage-kräftig.

Ein stabiles Kartonstück wird gut festhalten. Der Schnitt wird zügig und kraftvoll ausgeführt. Ein guter, glatter und langer Schnitt sollte das Ergebnis sein. – Allerdings wird die Schneide merklich schnell stumpf.

Je nach Klinge und deren Zustand gibt es an den Schnitträndern Ausrisse.

Als verlässlicher Test für die Schneidfähigkeit und für die Schnitthaltigkeit ist dieses Verfahren nicht geeignet, da alle Bedingungen subjektiv und mehr zufällig sind.

Papierstapel-Probe:

Fachleute haben eine Maschine entwickelt, mit der mit definierten Schnitthüben und definiertem Schnittdruck eine fest eingespannte Klinge einen Stapel definierter Papierstreifen so lange zerschneiden soll, bis kein Zerschneiden/Trennen der einzelnen Papierstreifen mehr erkennbar ist, der Schneidvorgang also „gestoppt“ ist.

Es werden hierbei Messwerte zu Schnitthaltigkeit und Schneiden-Standzeit registriert und über ein Computerprogramm in Diagrammen sichtbar dargestellt.

Anhand der gewonnenen Ergebnisse lassen sich auch aussagefähige Versuche fahren, die anzeigen, wie Schnitthaltigkeit und Standzeit einer nachgeschärften Klinge aussehen, also wie effektiv eine so genannte „Rückschärfung“ ausgefallen ist.

Dieses Verfahren ist technisch einwandfrei und reproduzierbar und bisher einzigartig. Es lassen sich hier zumindest technisch definierte Anhaltswerte messen.

Kritisch muss jedoch angemerkt werden, dass es nicht die Regel beim Gebrauch eines Messers ist, Stapel von Papierstreifen zu zerschneiden, sondern dass es gilt, eine Vielzahl unterschiedlichsten Schneidgutes zu zertrennen. Die Aufgaben im Haushalt oder Beruf sind eben doch sehr vierfältig: Obst, Gemüse, Wurst, Schinken, Käse, Brot, Kuchen … alle verlangen ein „eigenes“ Schneiden!

Lupenprobe:

Und schließlich sind da noch die „Sterndeuter“, die mit Taschenlupen erkennen können, ob eine Schneide richtig geschliffen, scharf und „glatt“ ist. Die können mit Überzeugung erklären, welchen Zustand eine Schneide hat ….

Familie Eickhorn

Die Familie Eickhorn aus der Klingenstadt Solingen hat über Generationen viele hundert Jahre Erfahrung zur Herstellung von Klingen: Schmieden, Härten und Schleifen liegen somit quasi im Blut.

Scharfe Messer waren immer besonderes Anliegen und machten die Familie und ihre Produkte weltbekannt.

Im Sinne dieser Tradition und im Wissen um fachmännische Wertschöpfung wurde der ELSHARP®-TURBO durch Eickhorns erdacht und gebaut.

Der ELSHARP®-TURBO verkörpert mit seiner neuartigen Philosophie die technisch optimale und zeitgemäße Lösung eines Nachschärfgerätes für jeden Zweck und alle vorkommenden Schneiden.

PS: Zur Geschichte der Solinger Klingen und der damit verbundenen Familie Eickhorn gibt es einen 92seitigen Privatdruck
(Wappen der Familie Eickhorn)